Unkraut kennt keine Grenzen - Meine Reise durch die Welt des Unkrauts
Unkraut: Jeder kennt es. Nervige Pflanzen, die ausgerechnet immer genau da wachsen, wo sie niemand haben will. Egal, wie sehr du dich bemühst, du kannst förmlich vor ihnen wegrennen und sie kommen wieder – wie ein ziemlich schlechter Ex. Aber was wäre, wenn Unkraut eigentlich viel spannender ist, als wir denken? Manchmal kann es zum Beispiel auch ein kleiner Gesundheits-Guru sein. Es hat so einige Gesundheitsskills drauf. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, klicke einfach hier. Aber jetzt nehmen wir die Garten-Hacke mal kurz beiseite: Stell dir vor, du machst endlich deinen langersehnten Backpacker-Trip und entdeckst, wie unterschiedlich Unkraut in anderen Ländern wahrgenommen wird. Du kannst es dir jetzt ein bisschen gemütlicher machen und mit mir von Zuhause aus in ein anderes Land reisen. Ganz ohne teures Flugticket und ohne riesigen Rucksack.
Unser 1. Aufenthalt mit Löwenzahn - Fancy statt normal in Italien
Erster Halt: Bella Italia. Hier begegnen wir einem alten Bekannten – dem Löwenzahn. Jeder kennt ihn. Meistens tritt er als ziemlich nervig im Garten auf. Aber in Italien? Da steht er, ob du glaubst oder nicht, im Rampenlicht. Die Italiener nennen den Löwenzahn „Dente di Leone". Löwenzahn klingt auf italienisch gleich total fancy. Und sie essen das Zeug! Ja, richtig gelesen. Auf einem kleinen Markt in der Toskana probieren wir eine Löwenzahnsuppe – leicht bitter, aber irgendwie lecker. Die Einheimischen schwören darauf: Sie soll gut für die Verdauung sein, gesund und angeblich sogar entgiftend. Löwenzahn ist hier also nicht der Endgegner, sondern ein kleiner Star. Dieser Star hat aber noch viel mehr drauf: Wenn du mehr über seine Verwendung erfahren willst, klicke hier.
Reisestopp 2: Die Vereinigten Staaten & das grüne Monster Kudzu
Nächster Stopp: Die Südstaaten der USA. Hier gibt es eine ganze Vielfalt an Pflanzen. Aber eine Pflanze, die hat es faustdick hinter den Ohren – Kudzu. Wir stehen mitten in Georgia, und um uns herum ist alles – und ich meine wirklich alles – mit Kudzu bedeckt. Bäume, Zäune, alte Häuser, Stromleitungen… Alles sieht aus, als hätte jemand eine grüne Decke darüber geworfen. Auf den ersten Blick scheint das wie in einem postapokalyptischen Film. Ursprünglich aus Japan importiert, sollte Kudzu helfen, Bodenerosion zu stoppen. Aber guess what? Jetzt überwuchert es alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist – und manchmal dann auch den. Kudzu hat aber eine seltsame Schönheit: Riesige, lebendige Skulpturen, die sich über die Landschaft legen. Ein bisschen wie Kunst, nur dass sie ständig wächst. Kudzu kann immerhin bis zu 30 Zentimeter am Tag wachsen. Für die Leute dort ist es ein echter Endgegner. Dieses grüne Monster hat aber mehr drauf als nur Wachsen. Seine ursprüngliche Mission – Bodenschutz – erfüllt es immer noch perfekt. Die Wurzeln halten den Boden zusammen, was gerade in Gebieten mit starkem Regen eine große Hilfe sein kann. Ein Farmer, der mit seiner Herde Ziegen am Rand eines Feldes steht, erzählt uns: „Es ist wie ein All-you-can-eat-Buffet für meine Ziegen." Tatsächlich sind die Blätter von Kudzu voller Nährstoffe. Sie wachsen so schnell, dass die Ziegen gar nicht hinterherkommen, alles abzufressen.
Stop 3: Shiso – Das Unkraut mit Superkräften in Japan
Dann geht's weiter nach Japan. Hier begegnen wir Shiso, einem echten Multitalent. Bei uns wächst es oft wild, und wir gehen einfach dran vorbei, wie eigentlich an jedem Unkraut oder reißen es gleich raus. In Japan ist Shiso aber der heimliche Held der Küche. Es landet in Sushi, Salaten, Getränken und wird sogar als Heilpflanze eingesetzt. In einem Restaurant in Tokio erklärt uns der Koch, dass Shiso nicht nur lecker, sondern auch ziemlich gesund ist. „Es hilft gegen Erkältungen und fördert die Verdauung", meint er, während er ein paar Blätter in unsere Drinks mixt. Es hat diesen frisch-würzigen Geschmack, den ich noch nie erlebt habe. In Japan wächst Shiso fast überall, und die Leute freuen sich darüber, statt es rauszureißen.
4. Aufenthalt in Indien: Parthenium – Unkraut wird zur Energiequelle
Unsere Reise endet in Indien. Hier wächst eine Pflanze, die wir eigentlich gar nicht auf unserer „must-see"-Liste hatten: Parthenium. Das Zeug ist bei uns bekannt als Mutterkraut und kann fiese Allergien auslösen. In Indien ist es ein Gamechanger. In einer ländlichen Gegend erzählt man uns, dass Parthenium für die Herstellung von Bioenergie erforscht wird und sogar als Futter für Kühe verwendet wird. „Es ist unser grünes Gold", meint ein älterer Herr auf einem Markt zu uns, während er eine Handvoll der Pflanze hochhält. Das hat mich umgehauen: Aus einem nervigen Allergieauslöser wird hier eine Lösung für echte Probleme.
Back home: Unkraut ist überall anders
Ich weiß nicht, wie es dir jetzt geht, aber zurück in meinem Garten sehe ich Unkraut jetzt anders: Als einen Überlebenskünstler, der in jedem Land anders betrachtet wird. Ich hoffe, dir geht es auch so. In den USA kann es der Feind sein, in Italien wird es gegessen, in Japan gefeiert und in Indien zur Energiequelle gemacht. Vielleicht ist Unkraut gar nicht der Bösewicht, für den wir es halten. Vielleicht ist es einfach nur die Natur, die ihren Job macht. Und wer weiß? Vielleicht solltest du das nächste Mal, wenn Löwenzahn in deinem Garten auftaucht, nicht gleich zur Hacke greifen, sondern einfach mal den Kochlöffel und den Topf rausholen. Reiß dich doch mal zusammen und reiß es nicht raus. Wer weiß, was du damit anfangen könntest? Unkraut kennt halt einfach keine Grenzen.